
Rollentische
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Rollentische passend zu Bewegung und Anwendung auswählen
Unter dem Begriff Rollentische werden unterschiedliche technische Lösungen angeboten. Im Bereich der Lineartechnik sind damit vor allem Positioniertische gemeint, die Werkstücke, Sensoren oder optische Komponenten kontrolliert linear, winklig oder rotierend bewegen. Daneben findet sich der Begriff auch bei Rollenbahnen für den Materialtransport. Kläre deshalb zuerst die gewünschte Bewegungsart, bevor du Tragfähigkeit, Hub oder Präzision vergleichst.
Für präzises Positionieren brauchst du einen Linear-, Goniometer- oder Drehtisch. Für den Transport von Gütern ist eine Rollenbahn beziehungsweise ein Kugelrollentisch die passende Produktgruppe.
Welche Rollentische passen zu deiner Aufgabe?
Ein Rollentisch muss zunächst die richtige Bewegungsaufgabe erfüllen. Lineartische verschieben eine Last entlang einer geraden Achse. Drehtische richten Bauteile um eine Achse aus. Goniometertische ermöglichen eine feine Winkelverstellung, während Rollenbahnen Güter über frei laufende Rollen transportieren. Diese Bauarten sind trotz ähnlicher Bezeichnungen nicht austauschbar.
Schnelle Entscheidung
Wähle für geradliniges Positionieren einen Lineartisch, für definierte Drehbewegungen einen Drehtisch und für kleine Winkelkorrekturen einen Goniometertisch. Sollen Kartons, Platten oder Werkstücke lediglich weitergeleitet werden, benötigst du eine Rollenbahn. Ein Kugelrollentisch eignet sich, wenn sich das Transportgut zusätzlich seitlich oder in mehrere Richtungen bewegen lassen soll.
Entscheidend ist außerdem, ob du die Position von Hand einstellen oder wiederholt automatisiert anfahren willst. Eine manuelle Verstellung genügt häufig für gelegentliche Justagearbeiten. Ein motorischer Antrieb lohnt sich eher bei wiederkehrenden Abläufen, Fernsteuerung oder Einbindung in eine Maschine. Dafür steigen Anforderungen an Steuerung, Stromversorgung und mechanische Integration.
Bauarten und typische Einsatzbereiche
Lineartische für gerade Verfahrwege
Ein Lineartisch führt eine Plattform entlang einer Achse. Er kommt etwa bei Messaufbauten, Mikroskopen, Sensoren, CNC-Nebenachsen oder Prüfgeräten infrage. Neben dem Verfahrweg sind Führungsprinzip, Antrieb und Spiel entscheidend. Ein langer Hub erweitert den Arbeitsbereich, benötigt aber mehr Einbauraum und kann bei gleicher Bauweise höhere Anforderungen an Steifigkeit und Führung stellen.
Dreh- und Goniometertische für Winkeleinstellungen
Drehtische verändern die Ausrichtung um eine Rotationsachse. Goniometertische dienen dagegen der kontrollierten Neigung um einen definierten Drehpunkt und werden häufig für feinere Justagen eingesetzt. Achte darauf, ob Drehbereich, Teilung und Betätigung zu deiner Aufgabe passen. Eine vollständige Rotation ist unnötig, wenn nur ein kleiner Winkel korrigiert werden muss.
Rollenbahnen und Kugelrollentische für Materialfluss
Rollenbahnen tragen und bewegen Transportgut, statt es fein zu positionieren. Gerade Bahnen eignen sich für Güter mit ausreichend ebener, stabiler Unterseite. Kugelrollentische erleichtern Richtungswechsel und seitliches Ausrichten, bieten jedoch nicht für jede kleine, weiche oder unebene Auflagefläche eine geeignete Unterstützung. Hier zählen Rollenteilung, nutzbare Breite, Arbeitshöhe und Belastbarkeit stärker als Positioniergenauigkeit.
Geeignet für
- Lineartische für Mess-, Prüf- und Montageaufbauten
- Drehtische für kontrollierte rotatorische Ausrichtung
- Goniometertische für kleine präzise Winkelkorrekturen
- Rollenbahnen für geradlinigen Werkstücktransport
- Kugelrollentische für manuelle Richtungswechsel
Diese Kaufkriterien entscheiden bei Rollentischen
Tragfähigkeit und Belastungsrichtung
Die angegebene Tragfähigkeit muss zur tatsächlichen Belastung passen. Neben dem reinen Gewicht wirken je nach Aufbau außermittige Lasten, Kippmomente und Kräfte beim Beschleunigen oder Bearbeiten. Prüfe deshalb nicht nur eine maximale Lastangabe, sondern auch die zulässige Lastverteilung und Einbaulage in den Herstellerinformationen. Eine besonders hohe Nennlast ist kein Vorteil, wenn der Tisch dadurch unnötig groß und schwer wird.
Genauigkeit, Wiederholbarkeit und Spiel
Positioniergenauigkeit beschreibt, wie nah eine angefahrene Position am Sollwert liegt. Wiederholbarkeit sagt aus, wie zuverlässig dieselbe Position erneut erreicht wird. Mechanisches Spiel kann sich bemerkbar machen, wenn die Bewegungsrichtung wechselt. Für einfache Zuführ-, Spann- oder Ausrichtaufgaben reicht oft eine gröbere Lösung, während optische und messtechnische Aufbauten belastbare Angaben zu diesen Eigenschaften benötigen.
Hub, Plattform und Einbauraum
Der nutzbare Hub muss die erforderliche Bewegung abdecken, ohne dass Endlagen ständig ausgereizt werden. Vergleiche außerdem Plattformgröße, Bauhöhe und Außenmaße. Eine große Plattform erleichtert die Montage, erhöht aber Platzbedarf und bewegte Masse. Bei Rollenbahnen sind stattdessen Bahnlänge, Rollenbreite und Rollenteilung relevant. Das Fördergut sollte stets von ausreichend vielen Rollen oder Kugeln unterstützt werden.
Antrieb und Verstellauflösung
Manuelle Modelle können über Spindeln, Feintriebe oder andere Stellmechanismen bewegt werden. Motorisierte Ausführungen benötigen einen kompatiblen Motor, eine Steuerung und gegebenenfalls Rückmeldung durch Sensorik. Eine feine Verstellauflösung ist nur dann nützlich, wenn Führung, Spiel und Aufbau diese Feinheit praktisch nutzbar machen. Ein hoch übersetzter Antrieb kann genauer verstellbar sein, bewegt sich dafür meist langsamer.
Montage und Schnittstellen
Bohrbild, Gewinde, Befestigungsflächen und Wellen- oder Motoranschluss müssen zum vorhandenen Aufbau passen. Bei optischen Systemen ist zusätzlich die Lage der Bewegungsachse wichtig. Für Maschinenachsen zählen auch Kupplung, Endschalteroptionen und Kabelwege. Prüfe die Montageschnittstellen anhand einer Maßzeichnung, statt allein aus Produktbildern auf Kompatibilität zu schließen.
Praxistipp
Skizziere vor dem Vergleich Grundfläche, Bewegungsraum und Befestigungspunkte maßstäblich. Ergänze Lastschwerpunkt, benötigten Hub und mögliche Kollisionsbereiche. So erkennst du früh, ob eine Plattform zwar technisch geeignet, aber im Aufbau nicht erreichbar oder montierbar ist.
Manuelle oder motorisierte Positionierung?
Manuelle Tische sind sinnvoll, wenn du selten verstellst, die Position direkt am Aufbau kontrollierst und keine automatisierten Abläufe brauchst. Sie kommen ohne elektrische Integration aus und halten den Aufbau überschaubar. Bei vielen Wiederholungen kann die Bedienung jedoch langsam sein, und reproduzierbare Positionen hängen stärker von Skala, Spiel und Bedienweise ab.
Motorisierte Tische ermöglichen programmierte Bewegungen und die Integration in Prüf- oder Fertigungsprozesse. Der Nutzen entsteht aber erst, wenn Motor, Steuerung, Wegmessung und Software zusammenpassen. Berücksichtige außerdem Geschwindigkeit, Einschaltdauer, Referenzierung und Verhalten bei einem Stromausfall. Mehr Automatisierung bedeutet nicht automatisch höhere Genauigkeit.
Präzise Positioniertische im Zielkonflikt
Feine Führung und präzise Verstellung erleichtern das kontrollierte Ausrichten. Dafür können Bewegungsbereich, Geschwindigkeit und Robustheit gegenüber Schmutz eingeschränkt sein. Der folgende Vergleich ordnet den typischen Zielkonflikt präziser Positioniertische gegenüber einfachen Verschiebe- oder Transportlösungen ein.
Vorteile
- Kontrollierte lineare oder rotierende Bewegung
- Feine Justage technischer Aufbauten
- Definierte Montagefläche für Komponenten
- Motorisierung je nach Bauart möglich
Nachteile
- Begrenzter Bewegungsraum je Achse
- Kompatibilität erfordert genaue Maßprüfung
- Präzision erhöht häufig Integrationsaufwand
- Empfindlichkeit gegenüber Spiel und Verschmutzung
Typische Fehlkäufe vermeiden
Der häufigste Fehler ist die Verwechslung eines Positioniertisches mit einer Transportrollenbahn. Ebenso problematisch ist eine Auswahl allein nach maximalem Hub oder maximaler Last. Ein langer Verfahrweg hilft nicht, wenn die Plattform zu klein, die Führung für das Lastmoment ungeeignet oder das Bohrbild inkompatibel ist.
Bei Rollenbahnen führt eine zu große Rollenteilung dazu, dass kurze Güter nicht durchgehend aufliegen. Bei Positioniertischen kann eine hohe theoretische Auflösung durch Umkehrspiel oder einen nachgiebigen Aufbau praktisch entwertet werden. Für sicherheitsrelevante Maschinenintegration, hohe Lasten oder bewegte Aufbauten sind die Herstellerangaben sowie gegebenenfalls die Prüfung durch eine geeignete Fachperson maßgeblich.
Fazit: Erst Bewegungsart, dann technische Daten wählen
Für eine gelegentliche manuelle Justage genügt häufig ein passend dimensionierter Tisch mit einfacher Verstellung und geeigneten Montageflächen. Bei Messaufgaben werden Genauigkeit, Wiederholbarkeit und geringes Spiel wichtiger. Wiederkehrende automatisierte Abläufe können einen motorisierten Tisch rechtfertigen, sofern Steuerung und Schnittstellen passen. Für den reinen Materialtransport solltest du Positionierwerte ausblenden und stattdessen Fördergut, Auflage, Breite, Teilung und Belastbarkeit priorisieren.
Häufige Fragen zu Rollentischen vor dem Kauf
Was ist der Unterschied zwischen einem Kreuztisch und einem Lineartisch?
Ein Lineartisch bewegt eine Plattform entlang einer einzelnen geraden Achse. Ein Kreuztisch kombiniert zwei meist rechtwinklig angeordnete Linearachsen und ermöglicht dadurch Bewegungen in zwei Richtungen. Für eine einzelne Zustellbewegung genügt meist ein Lineartisch, während Flächenpositionierungen einen Kreuztisch erfordern können.
Welche Führung eignet sich für einen präzisen Rollentisch?
Die passende Führung richtet sich nach Last, gewünschter Genauigkeit, Hub, Geschwindigkeit und Umgebungsbedingungen. Wälzführungen ermöglichen meist reibungsarme Bewegungen, müssen aber korrekt vorgespannt, geschmiert und vor Schmutz geschützt werden. Entscheidend sind belastbare Herstellerangaben zu Spiel, Tragfähigkeit und zulässigen Momenten.
Ist eine Kugelumlaufspindel für einen manuellen Lineartisch sinnvoll?
Eine Kugelumlaufspindel kann bei längeren Wegen oder häufigen Bewegungen wegen ihrer geringen Reibung sinnvoll sein. Sie ist jedoch nicht grundsätzlich selbsthemmend, sodass eine Last je nach Einbaulage zusätzliche Sicherung oder eine Bremse benötigen kann. Für seltene Feineinstellungen kann eine andere Spindelbauart einfacher ausreichen.
Wie erkenne ich, ob ein Drehtisch zu meinem Motor passt?
Prüfe mechanische und elektrische Schnittstellen getrennt. Wellenmaß, Kupplung, Flansch, Drehmoment, zulässige Drehzahl und Übersetzung müssen mechanisch passen, während Spannung, Strom, Geber und Steuerung elektrisch kompatibel sein müssen. Verlasse dich dafür auf Maßzeichnungen und Anschlussdaten des jeweiligen Modells.
Welche Unterseite benötigt Fördergut auf einer Rollenbahn?
Das Fördergut sollte eine ausreichend feste und ebene Auflagefläche besitzen, die mehrere Rollen gleichzeitig überbrückt. Kleine Füße, weiche Säcke oder stark unebene Böden können zwischen Rollen absinken oder instabil laufen. In solchen Fällen können eine engere Rollenteilung, zusätzliche Auflagen oder eine andere Fördertechnik erforderlich sein.
Wann ist ein Kugelrollentisch besser als eine normale Rollenbahn?
Ein Kugelrollentisch ist vorteilhaft, wenn Güter manuell seitlich verschoben, gedreht oder in verschiedene Richtungen ausgerichtet werden sollen. Für rein geradlinigen Transport bietet eine normale Rollenbahn meist eine klarere Führung. Prüfe bei Kugelrollen besonders Auflagefläche, Punktbelastung und Eignung der Güterunterseite.
Auf den Punkt gebracht!
- Lineartische positionieren, Rollenbahnen transportieren
- Lastmomente sind ebenso wichtig wie das Gewicht
- Hub und Plattform müssen in den Einbauraum passen
- Motorisierung lohnt sich vor allem bei wiederkehrenden Abläufen
- Maßzeichnungen verhindern teure Kompatibilitätsfehler
Vergleiche nun geeignete Rollentische anhand deiner Bewegungsart, Last, Einbaumaße und benötigten Präzision. So lässt sich die Produktübersicht gezielt auf tatsächlich passende Bauformen eingrenzen.