
Labor-Leitungsfilter
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Labor-Leitungsfilter für dein System richtig auswählen
Bei Labor-Leitungsfiltern entscheidet zuerst das Medium, danach folgen Filteraufgabe, Anschluss, Durchfluss und zulässiger Betriebsbereich. Ein Filter ist nur dann geeignet, wenn Filtermaterial, Gehäuse, Dichtungen und Anschlüsse mit der jeweiligen Flüssigkeit oder dem Gas kompatibel sind.
Wähle nie allein nach der Filterfeinheit: Medienverträglichkeit, Druckbereich und Anschluss müssen ebenso zum gesamten System passen.
Welche Labor-Leitungsfilter passen zur Anwendung?
Für Flüssigkeitsleitungen sind Filtergehäuse gefragt, die Partikel zuverlässig zurückhalten und sich ohne unnötige Toträume in die Leitung integrieren lassen. In Gasleitungen stehen neben der Partikelabscheidung häufig eine geringe Leckagerate und geeignete Dichtungswerkstoffe im Vordergrund. Für sterile Be- oder Entlüftung kommen Membran- beziehungsweise Venting-Lösungen infrage, sofern Material und Porenweite zur Anwendung passen.
Schnelle Entscheidung
Für allgemeinen Partikelschutz genügt häufig ein Leitungsfilter mit passender Feinheit und ausreichendem Durchfluss. Für aggressive Medien ist eine dokumentierte chemische Beständigkeit entscheidend. Bei sterilen oder besonders sensiblen Prozessen sind validierbare Membranlösungen sowie kontrollierte Wechselabläufe wichtiger als eine besonders robuste Gehäusebauform.
Bauarten und Einsatzbereiche richtig abgrenzen
Kompakte Inline-Filter werden direkt in Schlauch- oder Rohrstrecken eingesetzt. Sie eignen sich für definierte Teilströme und platzkritische Aufbauten. Gehäuse mit austauschbarem Filterelement können bei regelmäßigem Betrieb wirtschaftlicher sein, verlangen jedoch eine saubere Wartung und passende Ersatzteile.
Belüftungsfilter lassen Gas passieren und halten abhängig von Membran und Porenstruktur Partikel beziehungsweise Aerosole zurück. Sie sind nicht automatisch als Flüssigkeitsfilter geeignet. Pneumatik-, Hydraulik- oder Brenngasfilter können ähnlich aussehen, gehören aber nur dann in einen Laboraufbau, wenn Medium, Druck, Anschlüsse und Einsatzfreigabe übereinstimmen.
Geeignet für
- Inline-Filter für kompakte Schlauch- und Rohrstrecken
- Wechselelemente für regelmäßig gewartete Anlagen
- Membranfilter für definierte Be- und Entlüftung
- Prozessfilter für höhere Durchflüsse und Dauerbetrieb
Diese Kaufkriterien bestimmen die Eignung
Filterfeinheit und Abscheideziel
Die Filterfeinheit beschreibt, welche Partikelgrößen ein Filter zurückhalten soll. Dabei ist wichtig, ob ein Wert nominal oder absolut angegeben wird und nach welchem Verfahren er bestimmt wurde. Feinere Filterung erhöht häufig den Strömungswiderstand und kann zu kürzeren Standzeiten führen. Wähle daher nicht feiner als für Prozess, nachgeschaltete Bauteile oder Reinheitsziel erforderlich.
Durchfluss und Druckverlust
Ein ausreichender Volumenstrom allein reicht nicht. Prüfe den Druckverlust bei deinem Medium und Arbeitspunkt, möglichst auch für ein zunehmend beladenes Filterelement. Zu knapp dimensionierte Filter können Pumpen belasten, Regelvorgänge verändern oder die Versorgung nachgeschalteter Geräte einschränken.
Anschlüsse und Einbauraum
Die Anschlusskompatibilität umfasst Gewindeart, Nennweite, Schlauchmaß, Dichtprinzip und Strömungsrichtung. Ähnlich bezeichnete Gewinde sind nicht zwingend austauschbar. Berücksichtige zusätzlich Einbaulage, Platz für Werkzeug und den Freiraum zum Wechseln des Elements.
Werkstoffe und Betriebsbedingungen
Filtermedium, Gehäuse und Dichtungswerkstoff müssen zum Prozessmedium sowie zur Temperatur passen. Für Drucksysteme sind zulässiger Betriebsdruck, mögliche Druckspitzen und die Belastbarkeit bei der tatsächlichen Temperatur maßgeblich. Bei kritischen Gasen, aggressiven Stoffen oder erhöhtem Druck solltest du die Herstellerunterlagen prüfen und die Auslegung fachkundig bestätigen lassen.
Wartung und Prozesshygiene
Einwegfilter reduzieren den Reinigungsaufwand, erzeugen jedoch laufenden Materialbedarf. Wiederverwendbare Gehäuse können bei häufigem Elementwechsel sinnvoll sein, benötigen aber geeignete Reinigungs- und Montageabläufe. Für empfindliche Anwendungen zählen außerdem Totraum, Entleerbarkeit sowie die Verfügbarkeit passender Ersatzelemente.
Praxistipp
Erstelle vor dem Vergleich ein kurzes Datenblatt mit Medium, Temperatur, Arbeitsdruck, gewünschtem Durchfluss, Abscheideziel und vorhandenen Anschlüssen. Damit lassen sich ungeeignete Filter schneller ausschließen.
Feine Filtration: Nutzen und Zielkonflikte
Eine feinere Abscheidung schützt empfindliche Komponenten und kann die Prozessreinheit verbessern. Sie ist jedoch kein pauschales Qualitätsmerkmal. Der höhere Strömungswiderstand, schnellerer Beladungsanstieg und häufigere Wechsel können eine gröbere, aber bedarfsgerechte Filterstufe sinnvoller machen.
Vorteile
- Besserer Schutz empfindlicher Komponenten
- Gezielte Abscheidung kleinerer Partikel
- Weniger Verunreinigungen im Folgeprozess
Nachteile
- Häufig höherer Druckverlust
- Elemente können schneller beladen
- Mehr Wartungs- und Wechselaufwand
Basisausstattung oder spezialisierte Ausführung?
Für unkritische, gut bekannte Medien kann eine einfache Ausführung mit dokumentierter Feinheit, passenden Anschlüssen und ausreichendem Betriebsbereich genügen. Ein höherer Preis kann durch austauschbare Elemente, widerstandsfähigere Werkstoffe, bessere Dokumentation oder eine prozessgerechte Geometrie begründet sein. Zusatzmerkmale wie Anzeige, Entwässerung oder Sterilisierbarkeit lohnen sich nur, wenn dein Ablauf sie tatsächlich erfordert.
Vermeide vor allem Adapterketten und überdimensionierte Gehäuse ohne funktionalen Nutzen. Adapter schaffen zusätzliche Dichtstellen, während ein zu großes Innenvolumen den Produktverlust und die Spülmenge erhöhen kann. Für dauerhaft überwachte Anlagen kann dagegen eine Differenzdruckanzeige den richtigen Wechselzeitpunkt besser erkennbar machen.
Fazit: Mit Systemdaten zum passenden Filter
Beginne mit Medium und Abscheideziel. Gleiche danach Werkstoffe, Anschlüsse, Temperatur- und Druckbereich mit dem Aufbau ab. Prüfe abschließend Durchfluss, Druckverlust und Wartungskonzept. Eine einfache Ausführung reicht, wenn die Bedingungen stabil und unkritisch sind. Bei aggressiven Medien, sterilen Prozessen, hohen Belastungen oder schwer zugänglichem Einbau lohnt sich eine genauer dokumentierte und wartungsfreundliche Lösung.
Häufige Fragen zu Labor-Leitungsfiltern
Was ist der Unterschied zwischen nominaler und absoluter Filterfeinheit?
Die nominale Filterfeinheit beschreibt üblicherweise eine nicht vollständige Abscheidung der genannten Partikelgröße, während eine absolute Angabe an einen definierten Abscheidegrad gebunden sein sollte. Die genaue Bedeutung hängt vom Prüfverfahren des Anbieters ab. Vergleiche deshalb nicht nur den Mikrometerwert, sondern auch Abscheidegrad und Prüfmethode.
Kann ein PTFE-Membranfilter für Flüssigkeiten und Gase verwendet werden?
Das hängt von Membranausführung, Benetzbarkeit, Medium und Herstellerfreigabe ab. Hydrophobe PTFE-Membranen werden häufig für Gas- und Belüftungsanwendungen gewählt, können aber den Durchtritt wässriger Flüssigkeiten zunächst hemmen. Für Flüssigkeitsfiltration muss die konkrete Ausführung ausdrücklich geeignet sein.
Welcher Anschluss ist für einen Labor-Leitungsfilter sinnvoll?
Sinnvoll ist der Anschluss, der ohne unnötige Übergänge zu Schlauch, Rohr und Dichtkonzept deines Aufbaus passt. Prüfe Gewindenorm, Nennweite, Schlauchinnenmaß, Werkstoff und zulässige Betriebsbedingungen gemeinsam. Eine passende Größe allein garantiert noch keine dichte Verbindung.
Wann sollte ein Labor-Leitungsfilter gewechselt werden?
Ein Wechsel ist erforderlich, wenn der zulässige Druckverlust, eine festgelegte Standzeit oder ein prozessbezogenes Wechselkriterium erreicht ist. Auch sichtbare Schäden, Kontamination oder ein nicht mehr beherrschbarer Durchfluss können einen Austausch nötig machen. Maßgeblich sind das Wartungskonzept und die Angaben zum jeweiligen Filter.
Auf den Punkt gebracht!
- Medium bestimmt Filtermaterial, Gehäuse und Dichtungen
- Feiner bedeutet oft mehr Druckverlust
- Anschluss und Dichtprinzip müssen gemeinsam passen
- Wechselelemente lohnen sich bei regelmäßiger Wartung
- Druckfilter nur innerhalb dokumentierter Grenzen einsetzen
Vergleiche nun geeignete Labor-Leitungsfilter anhand deiner Systemdaten und grenze die Produktübersicht zuerst nach Medium, Feinheit und Anschluss ein.